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Romanische Idiome

Wegen der früheren Abgeschiedenheit vieler Orte und Täler des Kantons Graubünden haben sich verschiedene Idiome entwickelt, die sich in fünf Gruppen gliedern lassen:

Sursilvan: verbreitet im Vorderrheintal und dessen Seitentälern (bei Tujetsch und in der Val Medel der eigene Dialekt Tuatschin) sowie in der Region Imboden (Il Plaun) mit den Ortschaften Domat/Ems, Rhäzüns (Razén), Bonaduz und Trin. Letztere Ortsdialekte gehören aufgrund ihrer sprachlichen Merkmale zwar eigentlich zum Sutsilvan, geschrieben wird jedoch nur Sursilvan.

Sutsilvan: in Gebieten des Hinterrheins, nämlich in den Berggemeinden des Domleschgs (Tumleastga) und des Heinzenbergs (Mantogna), sowie im Schams (Schons) und im Val Ferrera

Surmiran: verbreitet im Albulatal, in der Gemeinde Vaz/Obervaz und im Oberhalbstein (Sursès)
 
Putér: im Oberengadin und in Bergün/Bravuogn, das geografisch nicht zum Engadin gehört und einen dem Surmiran nahestehenden Ortsdialekt aufweist

Vallader: verbreitet im Unterengadin und im Münstertal (dort in der Dialektvariante Jauer)

Die Aufreihung entspricht der Verbreitung von West nach Ost. Putér und Vallader werden von den Romanen auch als Rumantsch Ladin zusammengefasst.

Jedes dieser fünf Idiome hat eine eigene Schriftsprache entwickelt, die allerdings selbst einen Kompromiss zwischen verschiedenen Orts- und Regionaldialekten darstellt. Solche Regionaldialekte sind etwa im Surmeirischen das Sursès (gesprochen im Oberhalbstein) und das Sutsès (gesprochen u. a. im Albulatal) sowie im Unterengadinischen das Jauer (gesprochen im Münstertal).
Ehemaliges Verbreitungsgebiet der romanischen Idiome in Graubünden
Sprachmehrheit in Graubünden 1860
Sprachmehrheit in Graubünden 2000
Tatsächliche Verbreitung der Landessprachen in Graubünden 2000
Verbreitung des Romanischen als Hauptsprache 2000